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Sanierung der Gebäudehülle

Bei der Sanierung der Gebäudehülle gilt es den Überblick über Planung und Abläufe zu behalten und von Beginn an nachhaltig zu planen.

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Auf eine gute Planung kommt’s an

Entscheidend für eine sinnvolle und kosteneffiziente Sanierung ist die Optimierung der erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen. Das gilt sowohl für die Wahl der Einzelmaßnahmen als auch für die Reihenfolge der Umsetzung und die Abstimmung der Teilsanierungen untereinander. Zu bedenken sind hier beispielsweise

die Vorbeugung von Bauschäden:

Nach dem Erneuern der Fenster kann es z. B. zu ansteigender Raumluftfeuchte und in der Folge bei unzureichender Wanddämmung zu Feuchteschäden kommen.

der natürliche Erneuerungszyklus der einzelnen Bauteile:

Eine Dacheindeckung hält z. B. deutlich länger als ein Fenster. Jede Komponente sollte den möglichen Lebenszyklus komplett durchlaufen, bevor sie ausgetauscht wird.

eine nachhaltige Planung:

Bei einer Teilsanierung sollten direkt Bedingungen geschaffen werden, die eine sinnvolle Anschlusssanierung möglich machen.

Eine schrittweise Sanierung über einen längeren Zeitraum sollte, wenn möglich, vermieden werden. Gibt es aber zwingende Gründe dafür, dann sollte für die gesamte Projektlaufzeit ein Sanierungsfahrplan entwickelt werden, der alle aufeinander abgestimmten Einzelschritte der Sanierung sowie deren Schnittstellen bereits berücksichtigt.

Kosten abwägen

Wirtschaftlich für Sie als Hausbesitzer ist es übrigens in vielen Fällen, wenn Sie die Anforderungen der KfW erfüllen und dann die Maßnahme fördern lassen. Die Mehrinvestition für die geforderten Maßnahmen wird in der Regel über die Förderung aufgefangen. Zudem zählen Häuser zu den langlebigsten Produkten überhaupt. Da ist es sinnvoll, sich auch bei der Altbausanierung an den zukunftsweisenden Anforderungen für den Neubau zu orientieren. Der Zusatzaufwand für passivhausgeeignete Komponenten ist gering. Der Gebäudewert erhöht sich hingegen erheblich.

Energieverluste und Schwachstellen erkennen

Wärmebrücken sind Stellen am Gebäude, die deutlich mehr Wärme nach außen abgeben als angrenzende Bereiche. Das können Schwachstellen in der Gebäudehülle sein, an denen die Wärmedämmung unterbrochen ist, z. B. nicht gedämmte Rollladenkästen oder Heizungsnischen, Gebäudeecken, aber auch die Anschlüsse von Balken, Fenster, Dach oder Balkonplatte.

Wärmebrücken können auch zu Bauschäden wie Schimmelpilzen führen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt für beheizte Neubauten eine luftdichte Gebäudehülle vor, denn ein verbesserter Wärmeschutz ist nur mit einer konsequenten Abdichtung möglich. Mit einem Differenzdrucktest oder Blower-Door-Test wird geprüft, wie luftdicht ein Gebäude oder eine Wohnung ist. Bei einer nachträglichen Dämmung kann auf diese Weise festgestellt werden, ob alle Arbeiten wirklich luftdicht ausgeführt wurden.

Eine thermografische Aufnahme ist ein hilfreiches Mittel zum Erkennen von energetischen Schwachstellen, wie undichten Fenstern oder Türen, unzureichender Dämmung etc. Mit einer Wärmebildkamera werden während der Heizperiode die Oberflächentemperaturen am Gebäude ermittelt. Schlecht gedämmte Dächer oder Wände sowie Wärmebrücken sind dann deutlich wärmer, weil sie die Heizwärme nach außen abgeben.