• © Felix Oeder

Konsum - nachhaltig leben

Für den Klimaschutz ist die beste Energie die, die erst gar nicht verbraucht wird. Doch mittlerweile geht es nicht mehr nur um den effizienten Umgang mit Energie, sondern um viel mehr. Die Herausforderung der Zukunft: Alle materiellen Stoffströme, die auf wertvollen und endlichen Ressourcen basieren, müssen reduziert werden.

Denn wir laufen nicht nur dem „Peak Oil“, sondern einem „Peak Every-thing“ entgegen. Also nicht nur Erdöl, sondern viele andere nicht erneuerbare Ressourcen haben ihren Förderhöhepunkt erreicht. Ganz zu schweigen davon, dass unsere Umwelt oft bereits über die zumutbaren Grenzen hinaus belastet ist. Irgendwann sind neben Öl und Kohle Ressourcen wie Eisen, seltene Erden – die vor allem in unserer Elektronik verbraucht werden – und andere Rohstoffe erschöpft. Und was dann? Hinzu kommt, dass die Rohstoffe für unsere so lieb gewonnenen Alltagsgegenstände wie Autos, PCs, Smartphones oft mit der Ausbeutung anderer Länder und Kulturen einhergehen.

Informationen: www.ecogood.org, www.postwachstumsoekonomie.de

Es gilt daher, das eigene Konsumverhalten einmal genauer zu beleuchten und zu hinterfragen. Nur so können Stoffströme reduziert werden. Folgende Ansätze können dabei helfen:

Gemeinschaftsnutzung

Überlegen Sie doch einmal, sich Dinge gemeinschaftlich anzuschaffen. Mit Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Objekte wie Autos, Waschmaschinen, Gemeinschaftsräume, Gärten, Winkelschleifer, Digitalkameras und vieles mehr können gemeinsam angeschafft werden oder sich im privaten Eigentum einer Person befinden, die das Objekt gegen eine andere Leistung verfügbar macht. Wer sich einen Gebrauchsgegenstand vom Nachbarn leiht und ihm als Gegenleistung ein Brot backt oder das neueste Linux-Update installiert, trägt dazu bei, materielle Produktion durch soziale Beziehungen zu substituieren.*

Informationen: www.tauschring-nuernberg.de, www.transition-initiativen.de

Repair-Cafés

Repair-Café in Weißenburg Foto: Freiwilligenagentur altmühlfranken

Repair-Cafés sind Veranstaltungen, bei denen defekte Alltagsgegenstände in angenehmer Atmosphäre gemeinschaftlich repariert werden. Dazu gehören elektrische und mechanische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, aber auch Textilien, Fahrräder, Spielzeuge und andere Dinge. Diese Treffen sind nicht-kommerzielle Veranstaltungen, deren Ziel es ist, die Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern zu verlängern und dadurch Müll zu vermeiden, Ressourcen zu sparen und nachhaltige Lebensweisen in der Praxis zu erproben. Interessierte und Tüftler können dort Erfahrungen austauschen und eine gute Zeit miteinander verbringen. Daher sind Kaffee und Kuchen ebenso wichtiger Bestandteil wie Schraubenzieher und Lötkolben.

Repair-Cafés in Altmühlfranken

  • Gunzenhausen einmal im Monat, Freitag 14.00-18.00 Uhr
  • Weißenburg einmal im Monat, Freitag 14.00-18.00 Uhr

Weitere Informationen:

Freiwilligenagentur altmühlfranken

Dorothee Bucka
09141/902235
Website besuchen

Upcycling / Re-Use

Hierbei geht es um die handwerkliche und / oder künstlerisch kreative Wiederverwertung ausrangierter Gegenstände. Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Gegenstände zu neuwertigen Produkten weiterverarbeitet und damit wieder aufgewertet. So können beispielsweise aus leeren Konservendosen schmucke Blumentöpfe entstehen, aus alten Holz-Paletten einzigartige Wohnmöbel oder „Kräutergärten“ oder aus alten Jeansstoffen schöne Handtaschen. Einen Einstieg in die Welt des Upcyclings bieten neben unzähligen Ideen und Impulsen im Internet auch die Volkshochschulen in der Region in verschiedensten Kursen: www.vhs-weissenburg.de, www.vhs-gunzenhausen.de

Abfallvermeidung und Secondhand

In jedem Stück Abfall steckt ein Teil vom Reichtum dieser Erde. Um eine saubere Trennung von Abfällen zu ermöglichen, bietet die kommunale Abfallwirtschaft eine Reihe sich ergänzender Systeme.

Informationen: www.landkreis-wug.de (> Natur & Umwelt > Abfallwirtschaft)

Gebrauchtwarenmärkte in Altmühlfranken
  • Recyclinghöfe und Wertstoffhöfe mit Gebrauchtwarenmarkt in Weißenburg und Gunzenhausen: www.landkreis-wug.de (> Natur & Umwelt > Abfallwirtschaft)

Regionale Produkte und Dienstleistungen

Kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher helfen, Transporte zu minimieren und damit Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wo welche Produkte in Altmühlfranken zu finden sind, darüber gibt der Einkaufsführer „Regional einkaufen altmühlfranken“ Auskunft. Darin sind auch biologisch wirtschaftende Betriebe gelistet. Auch das Zusammenwirken von regionalen Erzeugern und Gastronomie im Landkreis wird gefördert.

Informationen: www.altmuehlfranken.de/regionaleprodukte, www.altmuehlfranken.de/genuss/aktionswochen, www.regionalbuffet.de

Regionales Handwerk

Auch im Bereich des Handwerks kann man regionale Ressourcen anzapfen, und auch hier gilt der Vorteil der kurzen Wege. In Altmühlfranken gibt es eine Vielzahl meisterhafter Handwerker und Manufakturen, die Sie gerne auch in ihre Werkstätten blicken lassen. Der Zusammenschluss regionaler Handwerksbetriebe im Netzwerk „Handwerk ErLeben altmühlfranken“ zielt genau auf diese Wertschätzung der hervorragenden Handwerksqualität der Unternehmen und ihrer Produkte ab. Sie erkennen die Mitglieder an dem gemeinsamen Logo. Eine Broschüre erleichtert die Entdeckungsreise durch die vielfältige Handwerkskultur unserer Region und portraitiert die Menschen, die hinter den Produkten stecken.

Informationen: www.handwerkerleben-altmuehlfranken.de

Freiwilligenagentur

Ein Leistungsaustausch muss nicht nur auf die materielle Ebene beschränkt bleiben. Zeit ist eine unserer wertvollsten Ressourcen. Während andere Menschen gerade Entlastung und Hilfe benötigen, haben Sie vielleicht gerade Zeit zu verschenken. Geben Sie Ihr Know-how doch in Form von Vorträgen, Schulungen, Beratungen, künstlerischen Darbietungen, Pflegeleistungen etc. weiter. Unbezahlbar ist hierbei ohnehin der Gewinn durch das soziale Miteinander und das gegenseitige Kennenlernen.

Landschaftspflege und Gartenkultur

Bäume können das lokale Klima unmittelbar beeinflussen. Sie verbessern die Luftqualität, produzieren Sauerstoff, regulieren Temperatur und Luftfeuchtigkeit, mindern Lärm, beeinflussen Windströme und beschatten versiegelte Flächen wie Dächer, Straßen oder Plätze. Und dabei ist die Wirkungen des Klimawandels auf Bäume und Wälder nur schwer vorhersagbar. Zunehmende Sommerhitze und -dürre führen zu Stress für die Bäume und begünstigen Massenvermehrungen von Insekten. Das heißt, der Extremstandort Stadt wird in Zukunft noch extremer. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat daher das Projekt „Stadtgrün 2021“ ins Leben gerufen. Hierbei werden Bäume getestet, die zukünftig in Bayern wachsen können.

Informationen: www.lwg.bayern.de (> Garten- und Landschaftsbau > Urbanes Grün > Stadtgrün 2021)

Rural Gardening

Der Umwelt und der Gesundheit ist auch geholfen, wenn Lebensmittel nicht über weite Strecken transportiert werden müssen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, den eigenen Garten (wieder) für die Eigenproduktion von Lebensmitteln zu nutzen? Oder sich an einem Gartenprojekt zu beteiligen? Das könnten Bauerngärten, Hausgärten, Dachgärten oder Gemeinschaftsgärten sein.

Informationen: www.altmuehlfranken.de/gemeinschaftsgaerten, www.anstiftung.de/urbane-gaerten

Regenwassernutzung

Regenwasser ist ein wichtiger Teil im Wasserkreislauf. Es füllt Gewässer auf und trägt so zu ihrem Erhalt bei. Ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser in Siedlungen hilft Mensch und Umwelt – und das schon mit einfachen Mitteln, die sich im Alltag leicht umsetzen lassen:

  • Nutzen Sie Regenwasser zur Bewässerung von Garten und Balkonpflanzen
  • Lassen Sie Regenwasser möglichst an Ort und Stelle versickern
  • Berücksichtigen Sie die hygienischen Anforderungen bei der Verwendung von Regenwasser im Haushalt.

Informationen: www.umweltbundesamt.de (> Tipps > Garten & Freizeit > Regenwassernutzung)

Information und Beratung zu Gartenkultur und Landespflege:

Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege

Carola Simm
09141/902322
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