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Ihr Wohunumfeld - nachhaltig und gesund

Ein gesundes Wohn- und Raumklima, und damit ein gesundes Wohnumfeld, wird durch die Baustoffe und die Bauart geprägt. Es bestimmt in hohem Maß den Wohnwert eines Gebäudes oder einer Wohnung in seiner biologischen Wirkung.

  • Foto: Ortner&Stöhr, www.ortner-stoehr.de
  • Foto: WEM Wandheizung
  • Foto: WEM Wandheizung

Ein gesundes Raumklima ist die Atmosphäre einer Wohnung oder eines Hauses, es bringt dessen Wesen zum Ausdruck, es erfüllt die äußeren Formen mit Leben und es schafft Harmonie, die sich ganzheitlich auf Geist, Seele und Körper des Menschen auswirkt. Ästhetik, Funktion, Technik, Ökonomie und Ökologie sind fünf Aspekte, die jeder Bauherr bei der Planung und Gestaltung eines Gebäudes beachten sollte. Jeder Raum, jedes Haus hat verschiedene Anforderungen. Für ein gesundes Raumklima stehen im Mittelpunkt des Ganzen die natürlichen Baustoffe und die Richtlinien der Baubiologie.

Diffusionsoffene Baustoffe

Die Baubiologie bevorzugt diffusionsoffene und wohngesunde Bauweisen. Um eine gute Wohngesundheit zu erreichen, will die Baubiologie toxi-kologisch und ökologisch unbedenkliche Materialien verwenden. Nicht nur bei der Wärmedämmung ist es aus bauphysikalischen Gründen wichtig, dass Baustoffe diffusionsoffen sind. Es ist ein großer Vorteil und sehr wichtig für ein gutes Raumklima, wenn die gesamte Konstruktion von der Innenfarbe bis zur Fassadenbekleidung diffusionsoffen mit Naturmaterialien ausgeführt wird. In Gebäuden nach diesem Prinzip kann die im Inneren entstehende Luftfeuchtigkeit von der Gebäudehülle aufgenommen, gespeichert, nach innen und ab einer bestimmten Sättigung nach außen abgeführt werden, sodass ein regulierender Feuchtigkeitsaustausch stattfindet.

Wärmedämmung mit Naturmaterialien

Unser Raumklima ist natürlich stark abhängig von Außentemperaturen und Außenklima. Im Sommer wollen wir kühlere Temperaturen im Haus als außen, im Winter ist es angenehm, gemütlich warme Räume zu haben. Mit einer guten Wärmedämmung wird eine gute Energieeffizienz erreicht. Für unser Wohlfühlklima sind die Materialien der Wärmedämmung von großer Bedeutung. Das Material soll speicherfähig sein, Masse haben, keine Schadstoffe in die Raumluft abgeben und ohne Schadstoffe zu entsorgen sein. Bei Naturmaterialien wie z. B. Holz, Holzfaserplatten, Hanf oder Zellulose braucht man etwas mehr Dämmstärke, um die erforderliche Energieeffizienz zu erreichen. Der große Vorteil solcher Naturmaterialien liegt auch im sommerlichen Hitzeschutz, da sie Masse und Speicherfähigkeit aufweisen.

Die Konstruktionen können diffusionsoffen ausgeführt werden, Schadstoffe in der Raumluft und bei der Entsorgung sind minimiert. Die Diffusionsoffenheit wird bei einem Vergleich mit der Natur gut vorstellbar, z. B. mit dem Aufbau eines Vogelnestes. Gebaut wird hier mit wärmedämmenden Materialien wie Reisig, Holz, Lehm, Heu, Laub oder Federn und mit der Wirkung der dämmenden Luft. Aufgebaut wird das Vogelnest innen dichter als außen.

Schimmel vermeiden

Würden Tiere in einer Ebene ihres Nestes eine Folie einbauen, so wäre ihr Hort feucht oder nass und es könnte sich Schimmel bilden. Eine Schimmelpilzbelastung in der Wohnung kann für viele Menschen schon bei gering vorkommenden Pilzsporen zu gesundheitlichen Problemen führen. Maßnahmen gegen Schimmelbildung sind richtiges Lüften, Überprüfen der Raumluftfeuchte und der Temperatur mit einem Hygrometer. Bei Verdacht auf Schimmelpilz ist zu empfehlen, die relative Raumluftfeuchte unter 50 % zu halten. Bei der Dämmung ist auf Wärmebrücken zu achten, für die richtige Ausführung der Konstruktionen sollte fachlicher Rat hinzugezogen werden.

Um eine ausgewogene Raumluftfeuchtigkeit zu erreichen, sollte Material zum Einsatz kommen, das die Fähigkeit besitzt, Feuchtigkeit kurzfristig aufzunehmen und dann wieder regulierend in die Raumluft abzugeben. Sehr gut können das Lehm und Holz. Bei Holz ist darauf zu achten, dass die Oberfläche offenporig bleibt oder unbehandelt ist. Der Einsatz von Holz mit natürlichen Oberflächen ist möglich bei Wandelementen, Decken, Massivböden und Möbeln. Lehmputz hat die gleiche sehr gute Eigenschaft des Feuchtehaushaltes. So läuft beispielsweise in Bädern, in denen größere Flächen mit Lehm verputzt sind, nach dem Duschen kaum mehr ein Spiegel an. Selbstverständlich funktioniert diese Eigenschaft nur, wenn die Oberfläche der Putzfläche mit Naturfarben hoch diffusionsoffen gestaltet wird.

Elektroklima – unsichtbar und doch vorhanden

Das Elektroklima ist ausschlaggebend für unseren Körper, um Ruhe und Entspannung zu finden. Elektrische Felder werden in unserer Gesellschaft noch wenig beachtet, sind für ein gesundes Wohnumfeld jedoch maßgeblich.

Es gibt natürliche und künstliche Strahlungsfelder. Natürliche Felder und Wellen sind seit ewigen Zeiten unsere Wegbegleiter, z. B. das sichtbare Licht, das Erdmagnetfeld und die UV-Strahlen der Sonne. Maßstab für unsere Zellen sind die natürlichen elektromagnetischen Felder. Deshalb gilt, dass sich in Ruhe- und Schlafbereichen so wenig künstliche Felder wie möglich befinden sollen, damit wir Ruhe und Entspannung finden. Künstliche Felder sind magnetische Gleichfelder, elektrische Gleichfelder bzw. Elektrostatik, magnetische Wechselfelder, elektrische Wechselfelder und der Hochfrequenzbereich. Maßnahmen für ein besseres Wohnumfeld können daher beispielsweise die folgenden sein: abgeschirmte Elektro-installationen, Feldfreischalter im Schlafbereich, Materialien, die sich nicht elektrostatisch aufladen, metallfreie Betten, der Austausch von DECT-Haustelefonen gegen strahlungsarme Geräte, das Abschalten des WLAN (vor allem nachts). Individuelle Abschirmmaßnahmen sollten Sie mit einem Fachmann abstimmen.

Ruhe finden – ohne Störfaktoren im Schlafzimmer

Wenn unsere Zellen keine Ruhe finden, reagieren sie und gefährden unsere Gesundheit. Wichtig ist es daher, vor allem den Schlafplatz auf Störfaktoren zu prüfen. Achten Sie auf Ihre Gesundheit und genießen Sie Ihr gesundes Wohnumfeld.